Inhalte 2018-05-22T10:20:18+00:00

Inhalt der Mediationsausbildung

Ziel der Mediation ist, die Konfliktparteien dabei zu unterstützen, eigene Lösungen zu finden, die sie als fair empfinden. In der Ausbildung werden die hierfür notwendigen Techniken vermittelt. Es wird der gesamte Mediationsprozess geübt, vom Erstkontakt über den Umgang mit schwierigen Situationen in der Mediation bis zum Verhandeln der Lösung. In den einzelnen Kursmodulen geht es um:

  • Ablauf und Rahmenbedingungen der Mediation
  • Die Rolle und die Haltung des Mediators (Aufgaben und Selbstverständnis)
  • Mediationstechniken und Verhandlungskompetenz
  • Kommunikationstechniken und Gesprächsführung
  • Konfliktkompetenz, Konflikttheorie und -psychologie
  • Recht der Mediation und Recht in der Mediation
  • Rollenspiel(e) – Arbeit durch alle Phasen der Mediation
  • Selbstreflexion (Rollenkonflikte, Umgang mit eigenen Gefühlen, Bewusstheit über eigene Grenzen aufgrund der beruflichen Prägung und Sozialisation, …)

 

Modul I: Einführung und Grundlagen der Mediation

  • Fall: Mediation eines Gesellschafterkonfliktes (Wirtschafts-Mediation)
  • Definition: Was ist Mediation?
  • Basisregeln und Verstehensprozess in der Mediation
  • Die Haltung des Mediators (Wertschätzung, Neutralität/Allparteilichkeit, Respekt, professionelle Distanz zu den Medianten und zum Konflikt )
  • Setting und Ausstattung
  • Prinzipien, Verfahrensablauf und Phasen der Mediation (Kontaktaufnahme, Mediationsvertrag, Themensammlung, Interessenerforschung, Sammlung und Bewertung von Optionen, Verhandeln und Abschlussvereinbarung)
  • Überblick über Kommunikations- und Arbeitstechniken in der Mediation
  • Konstruktives Zusammenfassen in der Mediation (Paraphrasieren)
  • Verfahrensmodelle (kontradiktorisch versus mediativ): Abgrenzung der Mediation zum streitigen Verfahren und zu anderen alternativen Konfliktbeilegungsverfahren
  • Anwendungsfelder der Mediation
  • Literaturhinweise

Modul II: Mit Blockaden und Konflikten umgehen – Hypothesen und Fragen

  • Fall: Trennungsmediation (Familien-Mediation)
  • Prinzipien, Verfahrensablauf und Phasen der Mediation (Kontaktaufnahme, Mediationsvertrag, Themensammlung, Interessenerforschung, Sammlung und Bewertung von Optionen, Verhandeln und Abschlussvereinbarung)
  • Der Konflikt auf der Gefühls-, Verhaltens- und Inhaltsebene
  • Blockaden, Widerstände, Sackgassen, Machtungleichgewichte
  • Verstehens- und Kommunikationsprozesse in der Mediation
  • Mediative Konfliktbearbeitung und Kommunikationstechniken (aktives Zuhören, verbale/ nonverbale Kommunikation, Paraphrasieren, Verbalisieren, Reframing, Normalisieren, Zukunfts- und Ressourcenorientierung, Realitätsprüfung)
  • Umformulieren von Positionen in verhandelbare Themen
  • Einzelheiten zu den Phasen der Mediation (Stoffsammlung, Interessenerforschung, Sammlung und Bewertung von Optionen, Abschlussvereinbarung)
  • Visualisierungs- und Moderationstechniken
  • Die „Kunst des Fragens“ (Fragetypen, Motivation des Fragenden, Wirkung von Fragen)
  • Hypothesengeleitetes Arbeiten in der Mediation
  • Recht der Mediation: Rechtliche Rahmenbedingungen (Mediatorvertrag/Mediationsvertrag, Berufsrecht, Verschwiegenheit, Vergütungsfragen, Haftung und Versicherung) sowie Einbettung in das Recht des jeweiligen Grundberufs)
  • Rolle des Rechts in der Mediation
  • Umgang mit dem Recht in der Mediation (rechtliche Informationen, Formen der Rechtsberatung, Rolle des Mediators in Abgrenzung zu den Aufgaben des Parteianwalts)
  • Rolle, Aufgabe und Selbstverständnis des Mediators
  • Unterschied Memorandum – Vereinbarung (Formen und Gültigkeit)
  • Reflexion zu Trennungserfahrungen
  • Umgang mit eigenen Gefühlen

Modul III: Die Lösung vorbereiten – Interessen, Optionen, Fairnesskontrolle

  • Fall: Erbschaftsmediation
  • Vertiefung der einzelnen Mediationsphasen
  • Sitzung mit drei Parteien und Einbeziehung Dritter in die Mediation
  • Umgang mit zwei Generationen
  • Familien- und systemtherapeutische Betrachtungen
  • Die Dynamik von Geben und Nehmen
  • Gerechtigkeitsbuchführung
  • Arbeit mit Hypothesen und Bilden hypothetischer Fragen
  • Macht, Fairness und Fairnesskontrolle
  • Recht in der Mediation (Abgrenzung von zulässiger rechtlicher Information und unzulässiger Rechtsberatung in der Mediation durch Mediator, Grundzüge des Rechtsdienstleistungsgesetzes)
  • Umgang mit sozial- und verwaltungsrechtlichen Aspekten
  • Sensibilisierung für das Erkennen von rechtlich relevanten Sachverhalten bzw. von Situationen, in denen den Medianten die Inanspruchnahme externer rechtlicher Beratung zu empfehlen ist, um eine informierte Entscheidung zu treffen
  • Ressourcen und Fertigkeiten des Mediators
  • Techniken zur Entwicklung und Bewertung von Lösungen (Brainstorming, Mindmapping, sonstige Kreativitätstechniken, Risikoanalyse)

Modul IV Kurzmediation – Techniken für eng umgrenzte Konfliktfragen

  • Kurzmediation (Durchführung einer Mediation in einer Sitzung) anhand dreier Fälle (Familie – Gemeinde – Firma)
  • Bedeutung/Funktion der „Phase 0“: Vorgespräche und Vorbereitung gemeinsamer Verhandlungen
  • Einzelheiten zu den Phasen der Mediation (Stoffsammlung, Interessenerforschung, Sammlung und Bewertung von Optionen, Abschlussvereinbarung)
  • Besonderheit bei der Formulierung des Themas im Rahmen der Kurzmediation
  • Vor-/Nachbereitung von Mediationsverfahren
  • Kostenkalkulation
  • Zeitmanagement/Zeitbudget
  • Unterscheidung von Effizienz und Effektivität des Verfahrens
  • Balance von (familiären und/oder beruflichen) Macht-Ungleichgewichten und Hierarchien
  • Unterscheidung von neutralen, blockierenden und inhaltlichen Themen
  • Anwendungsfelder der (Kurz-)Mediation
  • Verhandlungsführung/-management: intuitives Verhandeln, Harvard-Konzept/ integrative Verhandlungstechniken, distributive Verhandlungstechniken
  • Setting-Fragen: intermittierendes Einzelgespräch (sog. Caucus), Co-/Teammediation, Mehrparteienmediation, Shuttle-Mediation
  • Praxisreflexion

Modul V: Der Lösungsprozess – Verhandeln und Entscheiden

  • Fall: Scheidungsmediation (Familien-Mediation
  • Der Prozess des Verhandelns: Von den Optionen zur Entscheidung
  • Bezugspunkte der Entscheidungsfindung
  • Techniken zur Entwicklung und Bewertung von Lösungen
  • Arbeit mit Plänen (Betreuungsplan und Finanzierungs-/Budgetplan)
  • Trennung von Paar- und Elternebene
  • Trennung von Sach- und Beziehungsebene
  • Regelungen für Kinder – Kinder in der Mediation?
  • Wirtschaftliche Auseinandersetzung des Familienbetriebes
  • Memorandum: Protokollierung der Ergebnisse
  • Anforderungen an die inhaltliche und formale Gestaltung in Abhängigkeit vom Grundberuf des Mediators sowie rechtliche Bedeutung und Durchsetzbarkeit der Abschlussvereinbarung unter Berücksichtigung der Vollstreckbarkeit
  • Rechtliche Besonderheiten der Mitwirkung des Mediators bei der Abschlussvereinbarung
  • Die Rolle externer Fachleute für die Mediation (Rechtsanwalt, Steuerberater, …), Mitwirkung externer Berater in der Mediation
  • Dynamik des Rechts bzw. Wie kommt das Recht in die Mediation? (Bedeutung, Funktion, Zeitpunkt sowie Sensibilisierung für die rechtliche Relevanz bestimmter Sachverhalte)
  • Reflexionsübung zur Einstellung zum Recht
  • Dokumentation und Protokollführung
  • Vernetzung
  • Praxisreflexion