Wechselmodell2018-10-19T12:25:19+00:00

Wechselmodell

Zwei Haushalte, gemeinsame Elternschaft und das sog. Wechselmodell

Sozialwissenschaftliche Forschung, psychosoziale Dienstleistungen und rechtliche Implikationen

Auch in den deutschsprachigen Ländern (Deutschland, Österreich, Schweiz) kann inzwischen eine zunehmende Tendenz für die Nachscheidung beobachtet werden, dass sich Eltern die Aufgabe der Kindererziehung umfangreicher teilen wollen als dies traditionelle Modelle des Lebensmittelpunkts und der Umgangsregelung in der Vergangenheit vorgesehen haben. Hier wird – zumeist vom abwesenden Vater – das sog. Wechselmodell für die arbeitsteilige Betreuung und Versorgung der Kinder ins Spiel gebracht. Tatsächlich kann von einer gemeinsamen Elternschaft dann gesprochen werden, wenn die Kinder zirka ein Drittel ihrer Zeit in jedem elterlichen Haushalt verbringen.

Im Seminar sollen die Voraussetzungen und Konsequenzen der gemeinsamen Elternschaft (zusammenfassend) rekapituliert werden, wie sie aus der sozialwissenschaftlichen Scheidungsforschung bekannt sind. Hierbei werden vor allem die Perspektive der Kinder und auch die Auswirkungen für die Kinder im Mittelpunkt stehen. Entwicklungspsychologische Einschränkungen werden ebenso behandelt wie der rechtliche Kontext und die mit dem Wechselmodell verbundenen juristischen Komplikationen.

Detailierte Inhalte

  • Für welche Scheidungsfamilien kommt eine gemeinsame Elternschaft in Frage bzw. nicht in Betracht?
  • Gibt es entwicklungspsychologische Vorbehalte?
  • An welchen Merkmalen lassen sich stabile Modelle von instabilen Modellen unterscheiden?
    Welche Faktoren in den familiären Lebensverhältnissen erleichtern bzw. erschweren eine gemeinsame Elternschaft?
  • Wieviel Zeit sollten Kinder mit jedem Elternteil verbringen?
  • In welchen Fällen profitieren Kinder von einer gemeinsamen Elternschaft und in welchen tun sie es nicht?
  • Was halten Scheidungskinder von einer gemeinsamen Elternschaft und dem Leben in zwei Haushalten: Was mögen sie daran und was nicht?
  • Welche Hilfen und Unterstützungen brauchen Scheidungseltern für das Gelingen und beim Mißlingen?
  • Wie ist die aktuelle Rechtslage – insbesondere im Hinblick auf die Finanzierung des Lebensunterhalts des Kindes und im Hinblick auf die Unterhaltsansprüche bzw. –verpflichtungen zwischen den Erwachsenen?
  • Welche Lösungen kommen für die juristischen Fragestellungen in Betracht?

Methoden
Power-Point-Input, Arbeitsgruppen, Diskussion
(ausführliche schriftliche Seminar-Unterlagen werden zur Verfügung gestellt)

Ort
bei Terminbekanntgabe

Termin
offen
Als Inhouse-Verstaltung fragen Sie bitte im IMS-Büro nach.

Seminarzeiten
1. Tag: 12:30 Uhr bis 18:00 Uhr
2. Tag: 09:00 Uhr bis 15:00 Uhr

Umfang
   Zeitstunden

Zielgruppen
Sozialarbeiter/innen, Erziehungs- und Familienberater/innen, Familien-Mediator(inn)en, psychologische Sachverständige (Gutachter/innen), Verfahrenpfleger/innen, Rechtsanwält(inn)e(n), Familienrichter/innen.

Kosten
bei Terminbekanntgabe

Dieser Kurs wird gehalten von Dipl.-Psych. Hanspeter Bernhardt (Mediator BAFM/NCRC) und RAin Bianca Winograd (Fachanwältin Familienrecht / Mediatorin BAFM)