Von Null bis Drei2018-07-24T09:59:44+00:00

Kleine Scheidungsschule

Von Null bis Drei –
Babys und Kleinkinder nach Trennung und Scheidung

In den letzten zehn, zwölf Jahren ist die Wahrscheinlichkeit gestiegen, dass Kleinkinder von Trennung und/oder Scheidung ihrer Eltern betroffen sind, sodass hierfür psychosoziale und juristische Antworten gefunden werden müssen, wenn die Eltern kontroverse Auffassungen zu den Lebensverhältnissen des Kindes und zum Umfang ihres arbeitsteiligen Engagements bei dessen Betreuung und Versorgung haben.

Die Diskussionen darüber, welches Modell der elterlichen Sorge und welche Umgangs­regelungen (mit oder ohne Übernachtung) für Babys und Kleinkinder nach Trennung und/oder Scheidung in Frage kommen können, werden nicht nur zwischen den Eltern, sondern auch unter Fachleuten in polarisierten Positionen ausgetragen. In den Debatten spiegeln sich – kurz gesagt – vor allem zwei unterschiedliche Orientierungen: einerseits der Schutz der entwicklungspsychologischen Vulnerabilität des Kleinkindes und andererseits die Sicherung der Eltern-Kind-Beziehungen (einschließlich der Integration des abwesenden Elternteils in die Fürsorge für das Kind).

Konsens besteht allerdings darüber, dass der Schutz des Kleinkinds und wesentliche Parameter der frühkindlichen Entwicklung berücksichtigt werden müssen, sodass diese nicht durch das Betreuungsmodell in Frage gestellt bzw. außer Kraft gesetzt werden. Im Seminar werden das sozialwissenschaftliche und das entwicklungspsychologische Forschungswissen einschließlich der aversiven und protektiven familiären Faktoren behandelt, die in die Beratung der Eltern eingeführt werden können bzw. an denen sich Entscheidungen in der juristischen und psychosozialen Praxis orientieren können.

Mit der Definition des Themas (von Null bis Drei) ist die Absicht verbunden, der Spannbreite der vulnerablen, aber auch formativen ersten Lebensjahre des Kindes Rechnung zu tragen. Sie wird (in der jüngeren Trennungs- und Scheidungsforschung) meistens von der Geburt bis zum Alter von drei Jahren datiert – und zwar inklusive der Monate bis zum vierten Geburtstag (36. bis 48. Monat). Hier können normativ bereits konsolidierte psychosoziale und kognitive Kompetenzen erwartet werden.

Ausgewählte Inhalte
Relevante Ergebnisse der sozialwissenschaftlichen Forschung zu Umgangsregelungen (mit und ohne Übernachtungen) für Kleinkinder; relevante Ergebnisse der Bindungsforschung (inkl. Emotionsregulation); familiäre Stressoren sowie aversive und protektive Faktoren; Unterscheidung von kurzfristigen Reaktionen und langfristigen Symptomen; Problematik des Wechselmodells bei Babys und Kleinkindern; Anwendung von Forschungswissen in der psychosozialen und juristischen Praxis.

Methoden
Power-Point-Input; Demonstration/Illustration; (Fall-)Diskussion; Übungen.
Ausführliche schriftliche Seminarunterlagen werden zur Verfügung gestellt.

Ort
Dresden, Hotel Martha
München, Münchner Aidshilfe

Termine
Montag, 27. August bis Dienstag, 28. August 2018 in Dresden
oder
Mittwoch, 10. Oktober bis Donnerstag 11. Oktober 2018 in München

Als Inhouse-Veranstaltung fragen Sie bitte im IMS-Büro nach

Seminarzeiten
Dresden
1. Seminartag von 12.30 – 16.30 Uhr
2. Seminartag von 09.00 – 16.30 Uhr

München
1. Seminartag von 12.30 – 17.00 Uhr
2. Seminartag von 09.00 – 16.00 Uhr

Umfang
10 Zeitstunden

Zielgruppe
Familien- und Erziehungsberater/innen, Familien-Mediator(inn)en, Sozialarbeiter/innen, Kindertherapeut(inn)en, Umgangsbegleiter/innen, Verfahrensbeistände, Umgangspfleger/innen, psychologische Sachverständige (Gutachter/innen), Rechtsanwält(inn)e(n), Familienrichter/innen.

Kosten
290 €

Der Kurs wird von Dipl.-Psych. Hanspeter Bernhardt geleitet.