Telefon 08121-735 53|info@mediation-ims.de

Lösungsorientiertes Zusammenwirken im Kindschaftsverfahren

„Also lautet ein Beschluss, dass das Kind zu beiden muss!“

Mit dem im Jahre 2009 in Kraft getretenen FamFG hat das lösungsorientierte Arbeiten der professionellen Beteiligten in Kindschaftsverfahren erheblich an Bedeutung gewonnen. Der Focus liegt dabei auf einer gelungenen Zusammenarbeit zwischen den Beteiligten bestehend aus Verfahrensbeistandschaft, Rechtsanwaltschaft, Jugendamt und Gericht, um eine Einigung herbeizuführen und die streitenden Eltern zu einer gemeinsamen Verantwortungsübernahme zu motivieren.

Das Gericht soll gemäß § 156 FamFG in jeder Lage des Verfahrens  auf eine Einigung der Eltern hinwirken, auch wenn diese sich zunächst nicht abzeichnet. Die Verfahrensbevollmächtigten sollen gemäß §1 BORA ihre Mandantschaft konfliktvermeidend und streitschlichtend begleiten. Die Verfahrensbeistände haben gemäß § 156 Absatz 4 FamFG die erweiterte Aufgabe, am Zustandekommen  des Einvernehmens mitzuwirken, und das Jugendamt hat die originäre Aufgabe, die streitenden Eltern im Konflikt entweder selbst oder über Träger zu beraten.

Trotzdem gibt es Fälle, in denen der Streit scheinbar die Führung übernimmt. Und diese Fälle führen uns zurück auf Wilhelm Buschs Originalvers, nach dem der Beschluss bekanntlich lautet, dass der Mensch was lernen muss. Die (bis heute) sich neu definierende Rollenbeschreibung der Professionen und die gelungenen Übergänge im Zusammenwirken der einzelnen Aufgaben wollen von professionellen Beteiligten ebenso gelernt sein wie die Realität einer gleichberechtigten Elternschaft von den streitenden Eltern.

Als erprobtes Team in der Zusammenarbeit zwischen Gericht und Verfahrensbeistandschaft möchten wir in diesem Seminar Wege aufzeigen, wie die nicht nur institutionelle Zusammenarbeit zwischen Jugendamt, Gericht, Verfahrensbeistandschaft und Anwaltschaft gefördert werden kann. Aus diesem erweiterten Blickwinkel heraus erarbeiten wir effiziente Lösungen für die betroffenen Familien.

Wir vermitteln Techniken zur lösungsorientierten und mediativen Gesprächsführung. Diese Techniken werden in Rollenspielen vertieft, wobei eigene praktische Erfahrungen und konkrete Anliegen von den Teilnehmer*innen eingebracht und in der Gruppe erörtert werden. Neben theoretischer Grundlagenvermittlung liegt ein Schwerpunkt des Seminars in der praktischen Umsetzung und im interdisziplinären Austausch. Die unterschiedlichen professionellen Sichtweisen zum lösungsorientierten Arbeiten sollen in diesem Seminar reflektiert, angereichert und diskutiert werden, wobei gerade die Gesamtheit des Wirkens als methodische Bereicherung verstanden wird.

Ausgewählte Inhalte

  • Rollenverständnis und wechselseitige ErwartungshaltungenInformations- und Schweigepflicht
  • Gesetzliche Grundlagen (FamFG, GewSchG, KKG, der Kindeswohlbegriff des BGB, die Förderung der einvernehmlichen Lösung nach dem FamFG)
  • Systemisches Grundverständnis
  • Die Familie in der Krise und deren Handlungsoptionen
  • Praktische Umsetzung und Handhabung aus der Sicht der jeweiligen Berufsgruppe

Methoden

  • Lösungsorientierte Gesprächsführung
  • Interventionstechniken
  • Supervision eingebrachter Fälle
  • Zusammenspiel der Berufsgruppen als Ganzes
  • Reflektionstechniken

Ort

Geschäftsstelle IMS-Dresden, Obergraben 10, 01097 Dresden

Termin:

07.05. – 09.05.2020

Seminarzeiten

Do: 15:00 – 19:00 Uhr

Fr: 09:00 – 17:00 Uhr

Sa:  09:00 – 15:30 Uhr

Umfang
15 Zeitstunden

Zielgruppe

alle mit Kindschaftsverfahren befassten Berufsgruppen.

Das Seminar ist geeignet als Fortbildung im Sinne des § 15 FAO für Fachanwält*innen für Familienrecht.

Kosten
560 €

Der Kurs wird von Dr. Karin Ockert und Elisabeth Weitzell geleitet.

Anerkennung der Fortbildungen / Zertifizierung

Anmeldeformular
Geschäftsbedingungen Fortbildung