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Der kompetente Familien-Mediator:
Praxisrelevante Ergebnisse der Prozessforschung

In ihrer Ausbildung lernen Familien-Mediator(inn)en vor allem die Struktur des Verfahrens und die Aufgaben der Prozessführung kennen. Dies geschieht vorwiegend im Rahmen von Rollenspielen und deren reflektierender Auswertung. Dagegen werden die Ergebnisse einer inzwischen umfangreichen Mediations­forschung selten vermittelt, sodass hier spekulative Annahmen über die Wirksamkeit des Verfahrens und einzelner Interventionen kursieren.

In der bis dato vorliegenden Mediationsforschung können drei unterschiedliche Schwerpunkte identifiziert werden, die empirisch fundierte Erkenntnisse zur Verfügung stellen: Ergebnisforschung, prognostische Forschung und Prozess­forschung.

Dabei steuert die Ergebnisforschung vor allem legitimierende Informationen zur Wirksamkeit des Mediationsverfahrens bei – insbesondere Angaben zur Einigung und zur Zufriedenheit der Parteien. In der prognostischen Forschung werden Fragen beantwortet, welche Merkmale von Kontext, Parteien und Mediator(inn)en typische Schwierigkeiten im Arbeitsprozess und deshalb – je nachdem – die erhöhte Wahr­scheinlichkeit erfolgloser bzw. erfolgreicher Mediationen ankündigen. Und schließlich beschäftigt sich die Prozessforschung mit dem spannenden Thema der Interaktion zwischen Mediator(inn)en und Parteien, d.h. welche Interventionen der Mediator(in­n)en welche Wirkung bei welchen Parteien und in welchen Kontexten erzielen. Sie wirft deshalb ein Licht darauf, was die dritte Partei tun bzw. was sie besser lassen sollte.

Im Seminar werden vor allem ausgewählte praxisrelevante Ergebnisse der prog­nostischen Forschung und der Prozessforschung vorgestellt, die mit komplizierten Arbeitsprozessen und dem Risiko von Abbrüchen verbunden sein können. Außerdem werden die – laut empirischer Forschung – hilfreichen Maßnahmen zum Thema ge­macht, mit denen die zu erwartenden Herausforderungen gemeistert werden können.

Ausgewählte Inhalte

Unterscheidung von Ergebnisforschung, prognostischer Forschung und Prozessforschung. Praxisrelevante Ergebnisse der prognostischen Forschung (Scheidungsmotivation und Konfliktniveau). Praxisrelevante Ergebnisse der Prozessforschung (Dominanz der ersten Geschichte, finanzieller Sachverstand, situative Eskalationen, caucus (separate Einzelsitzung), reflektierende und explorie­rende Interventionen, usw.). Unterscheidung von erfolgreichen und erfolglosen Inter­ventionen.

Das ist ein Wissens-Seminar (kein Trainingsseminar)

Methoden

Power-Point-Input, Demonstration, Gruppenarbeit und Gruppendiskus­sion, Video-Beispiele. Schriftliche Seminarunterlagen werden zur Verfügung ge­stellt.

Ort

Münchener Aidshilfe

Termin
11. bis 12. November 2020

Als Inhouse-Verstaltung fragen Sie bitte im IMS-Büro nach.

Seminarzeiten
1. Seminartag von 12.30 – 16.30 Uhr
2. Seminartag von 09.00 – 16.30 Uhr

Umfang
10 Zeitstunden

Zielgruppen
praktizierende Familien-Mediator(inn)en und Familien-Mediator(inn)en in der Ausbildung, lösungsorientierte Erziehungs- und Familienberater/innen, die mit mediativen Elementen im Kontext Trennung/Scheidung arbeiten.

Kosten
320 Euro

Literatur: HP Bernhardt & B Winograd (2005). Kurz- und langfristige Wirkungen der Scheidungsmediation. Perspektive Mediation, 2, 196 – 201

Der Kurs wird von Dipl.-Psych. Hanspeter Bernhardt (Mediator BAFM/NCRC) geleitet.

Anerkennung der Fortbildungen / Zertifizierung

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