Hoch-konflikthafte Scheidung2018-10-19T12:25:19+00:00

Hoch-konflikthafte Scheidung

Kleine Scheidungsschule

Mit dem Konzept der „hoch-konflikthaften Scheidung“ werden üblicherweise eskalierte und chronische Trennungs- und Scheidungsdynamiken beschrieben. Inzwischen wird der Begriff von familienrechtlichen und psychosozialen Fachleuten jedoch inflationär eingesetzt.

Tatsächlich sind die definitorischen Probleme in Praxis und Forschung immer noch groß: So ist die wichtige Frage bis heute unbeantwortet, bis zu welchem Ausmaß Scheidungskonflikte als normal und funktional verstanden werden können und ab welchem Ausmaß sie schließlich als ein Signal für Dysfunktionalität und Pathologie betrachtet werden müssen – und zwar insbesondere für die Entwicklung der Kinder.

Im Seminar sollen die prognostisch bedeutsamen Merkmale von Intensität und Dauer der Konflikte sowie das Ausmaß der Exposition bzw. Integration des Kindes einer differenzierten Betrachtung unterzogen werden. Dabei sollen vor allem diejenigen Lebensverhältnisse des Kindes zum Thema gemacht werden, die mit erhöhter Wahrscheinlichkeit mit internalisierten Symptomen und/oder mit externalisierten Auffälligkeiten verbunden sind. Protektive Faktoren, die die Wirksamkeit von aversiven Stressoren abpuffern und zur Resilienz von Scheidungskindern beitragen können, müssen bei der Beurteilung der Gesamtsituation ebenfalls berücksichtigt werden, um zu keinen falschen Schlussfolgerungen zu kommen.

Auch wenn die Erwartung unrealistisch ist, alle Stressoren durch psychosoziale Maßnahmen beeinflussen zu können, so kann es doch hilfreich sein, die realistischen Schwerpunkte der Intervention bestimmen zu können. Das geschieht am besten im Rahmen einer Risikoanalyse.

Schriftliche Seminar-Unterlagen werden zur Verfügung gestellt.

Ausgewählte Inhalte: Unterscheidung von konflikthafter und hoch-konflikthafter Trennung/Scheidung; elterliche Kommunikation/Kooperation; Profile häuslicher Gewalt; Entfremdung; aversive Stressoren und protektive Faktoren; Internalisierung und Externalisierung; psychosoziale Interventionen.

Methoden: Power-Point-Input; (Fall-)Diskussion; Übungen

Ort
bei Terminbekanntgabe

Termin
offen
Als Inhouse-Verstaltung fragen Sie bitte im IMS-Büro nach.

Seminarzeiten
1. Seminartag von 12.30 – 16.30 Uhr
2. Seminartag von 09.00 – 16.30 Uhr

Umfang
10 Zeitstunden

Zielgruppen
Familien- und Erziehungsberater/innen, Familien-Mediator(inn)en, Sozialarbeiter/innen, Verfahrenspfleger/innen, psychologische Sachverständige (Gutachter/innen), Rechtsanwält(inn)e(n), Familienrichter/innen.

Kosten
bei Terminbekanntgabe

Der Kurs wird von Dipl.-Psych. Hanspeter Bernhardt (Mediator BAFM/NCRC) geleitet.